„Minecraft in der Bildungsarbeit“ auf der PLAY-Conference

Gleich am ersten PLAY-Conference-Tag (17.9.) gab es für uns von minecraftbildung.de ein persönliches kleines Highlight – den Workshop „Minecraft in der Bildungsarbeit“ von TeacherGaming CEO Santeri Koivisto und Chemie- und Informatiklehrer Mirek Hancl (Lessing-Gymnasium in Uelzen), die über ihre Bildungspraxis mit Minecraft berichteten.

Wer es noch nicht weiß – hinter TeacherGaming stecken die großartigen Entwickler der Minecraft-Modifikation MinecraftEDU (, die auch wir für die Erstellung unserer ersten Tutorial-Welt für Lehrer genutzt haben). Bei MinecraftEDU handelt es sich vor allem um eine schul- und lehrerfreundliche Version des Computerspielhits Minecraft, die es Lehrkräften gestattet, über eine vereinfachte Bedienoberfläche und mit nur wenigen Klicks Spiel-Server aufzusetzen, Ressourcen an Schüler zu verteilen, unkompliziert zwischen Spielmodi zu wechseln, Spielgebiete einzugrenzen oder zu erweitern und vieles mehr. Über die integrierten Bauwerkzeuge ist es zudem möglich, in nur wenigen Minuten große und auch komplexere Baustrukturen zu erstellen und zu modifizieren.

Kollege Ullrich Tausend von Tausend Medien hat sich Unternehmenschef Santeri Koivisto nach seinem Vortrag mal geschnappt und kurz zur Entwicklungsgeschichte von MinecraftEDU befragt:

 

 

Wie Santeri Koivisto berichtete, steigt die Zahl der MinecraftEDU nutzenden Institutionen und Lehrkräfte erfreulicherweise Tag für Tag weiter an. Zur Zeit ist die Modifikation offiziell schon an 3500 Schulen weltweit im Einsatz. Das ambitionierte Team um TeacherGaming ist permanent dabei, die Funktionen der Software zu erweitern und zu verbessern. Auf seiner derzeitigen Europatour informiert das Unternehmen Interessierte über konkrete Einsatzmöglichkeiten und Potentiale für den Bildungsbereich. Neben rein fachlichen Inhalten bietet MinecraftEDU vor allem einen spannenden und effektiven Lernraum rund um das Thema „Digital Citizenship“, also das verantwortungsbewusste Agieren im digitalen Raum:

 

 

In Deutschland gab es bisher leider nur wenige (dokumentierte, längerfristige) Projekte mit Minecraft oder MinecraftEDU. Sehr engagiert dabei ist jedoch schon seit einigen Jahren Chemie- und Informatiklehrer Mirek Hancl, welcher seine Schüler am Lessing-Gymnasium in Uelzen immer wieder mit thematisch passenden „Minecraft-Einheiten“ erfreut und auf der PLAY Einblick in seine Minecraft-Praxis gewährte. So lässt er seine Schüler beispielsweise im Informatikunterricht kleine Schildkröten in Minecraft programmieren, die, entsprechend den von den ihnen geschriebenen Programmen, automatisiert Strukturen oder gar ganze Gebäude bauen. Sehr gern nutzt Mirek Hancl auch eine spezielle Minecraft-Chemie-Mod, in welcher seine Schüler mit dem Bohr’schen Atommodell anschaulich experimentieren können (Interview siehe Video):

 

 

Natürlich lässt sich nicht der komplette Unterricht allein mit Minecraft bewerkstelligen. Mirek Hancl setzt die Minecraft-Sessions dort an, wo sie sich für seine Schüler lohnen. Einige Thematiken lassen sich nun einmal mit „konventionellen Methoden“ noch besser bearbeiten, andere wiederum profitieren enorm von den Möglichkeiten, die z.B. die Arbeit mit Minecraft eröffnet. Hierbei betont Mirek Hancl besonders die Rolle des Lehrers, den er vor allem als Impuls setzenden Lernbegleiter sieht. Es ist an ihm, jeweils bewusst die Methoden und Werkzeuge zu wählen, die kontextsensitiv und nachhaltig effektive Lernprozesse bei seinen Schülern in Gang setzen. So kann Minecraft(EDU) auch keinesfalls Ersatz für den Lehrkörper sein, wohl aber ein hilfreiches Tool, das ihm die Arbeit erleichtert und ihn in seiner Tätigkeit als Lernbegleiter unterstützt. Theoretisch beruft sich Mirek Hancl unter anderem auf Philosoph und Pädagoge John Dewey und dessen Modell der „5 Handlungsstufen des menschlichen Lernens“, zusammenfassend auch schön zu sehen in der Prezi zu seinem Vortrag auf der Gamescom 2014:

 

 

Auf seinem Blog „Chemie und Informatik in der Schule – Eine Zwischenablage“ berichtet Mirek Hancl nicht nur über seine Arbeit mit Minecraft, sondern auch über andere spannende Projekte, z.B. aus seiner Informatik-AG (Schnittstellen digital – analog und vieles mehr).