PLAY 14 und PLAY-Conference in Hamburg

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Vom 16.9.-20.9.2014 waren wir in Hamburg auf der PLAY 14, dem Festival für kreatives Computerspielen in Deutschland, welches in diesem Jahr bereits zum 7. Mal von der Initiative Creative Gaming in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und dem Jugendinformationszentrum Hamburg der Behörde für Schule und Berufsbildung (JIZ) ausgetragen wurde. In den Bereichen „Sehen, Machen, Reden, Feiern“ gab es rund 200 Veranstaltungen zu besuchen, darunter spannende Praxis-Workshops, Ausstellungen, Vorträge, Talks und andere Kulturaktionen zum Thema Computerspiele.

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Erstmalig mit dabei war in diesem Jahr auch die PLAY-Conference, welche in einem 2-Tage-Intensiv-Programm verstärkt bildungs- und gesellschaftspolitische Aspekte digitaler Spiele beleuchtete. Dabei wurden unter anderem nicht nur Konzepte zur Integration von Computerspielen in den Unterricht oder außerschulische kulturelle Angebote diskutiert, sondern bereits erfolgreich durchgeführte Projekte in diesem Bereich vorgestellt. Von Gemeinschaftskunde mit den Sims bis hin zur analogen Neuinszenierung von Remarques „Im Westen nichts Neues“ auf Basis von Computerspielmechanismen gab es viel zu sehen.

Natürlich durfte hier auch Minecraft als inzwischen gern genutztes Werkzeug zur Unterrichstgestaltung nicht fehlen. Hierzu gab es unter anderem einen Vortrag von TeacherGaming CEO Santeri Koivisto, der sich mit seinem Unternehmen auf die Entwicklung der lehrer- und schulfreundlichen Modifikation Minecrafts, MinecraftEDU, konzentriert, die auch wir für die Erstellung der Tutorialwelt für Lehrer genutzt haben. Außerdem präsentierte Chemie- und Informatiklehrer Mirek Hancl Spannendes aus seiner Minecraft-Praxis am Lessing-Gymnasium in Uelzen, in welchem er Minecraft bereits seit einigen Jahren erfolgreich zur interaktiven Veranschaulichung des Bohr‘schen Atommodells und zur Vermittlung informatischer Grundkonzepte nutzt. An späterer Stelle dazu aber, in gesonderten Beiträgen, mehr.

Neben hauptsächlich deutschen Kurzinputs und Workshops, gab es internationale Vorträge, so zum Beispiel von Medienbildungs-Professor Andrew Burn aus London, der nicht nur Einblick in die britische digitale Bildungsarbeit gewährte, sondern auch bildungstheoretische Aspekte des (Computer-)Spielens betrachtete. In einem Interview (siehe Video) spricht er über Chancen, aber auch über Herausforderungen, die computerspielbasiertes Lernen und Lehren Schulen, Schülern und Lehrern stellt:

 

Insgesamt bot das Festival an allen Festivaltagen ein umfangreiches Programm für Schulen. Game-Design-Workshops, Machinima-Schmieden, Kochstudios und mehr für Schulklassen und andere Jugendgruppen, aber auch dezidierte Lehrerfortbildungen zu kreativem Computerspielen und Möglichkeiten zur effektvollen Integration in den Unterricht.

Krönender Abschluss unseres Aufenthalts in Hamburg war für uns die freitägliche Talkrunde zum Thema „Welche Bedeutung hat “Code Literacy” für Computerspielerinnen und Computerspieler?”, in welchem unter anderem die Notwendigkeit einer „Digitalen Alphabetisierung“ mit den unterschiedlichen Talk-Gästen diskutiert wurde. Auch dieser gelungenen Veranstaltung des Festivals möchten wir uns aber später in einem Extrabeitrag widmen.

Insgesamt können wir die PLAY 14 mit all ihren Angeboten einfach nur als rundum gelungenes Festival beschreiben, das sowohl Computerspiel-Neulinge einsteigerfreundlich und ganzheitlich-innovativ an die Materie heranführt, aber auch „alten Hasen“ viel Freude bereitet und noch etwas zum Staunen gibt.

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Bildquelle: PLAY14 Album von Creative Gaming auf Flickr